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Claire Genewein

Baldassare Galuppis Instrumentalmusik
Studien zur historischen Aufführungspraxis der Sinfonie avanti l´opera und Concerti per il flauto

Untersucht werden in meiner Arbeit die aufführungspraktischen Elemente zweier Gattungen die man auf den ersten Blick vielleicht nicht miteinander in Verbindung bringen würde, die jedoch eine Enge Verknüpfung und zum Teil auch eine Austauschbarkeit haben. Von 1700 an wird die Dreisätzigkeit der Opernsinfonie und des Concertos zur Norm, auch in Galuppis Schaffen (ca.1720-85). Hier geht es darum, Sinn und Zweck einer Opernsinfonie der damaligen Zeit zu entschlüsseln und die musikalische Form der Sinfonia avanti l´opera und des Concerto Stils in ihrer Aufführungspraxis lebendig werden zu lassen. Die vordergründliche Einfachheit dieser Kompositionsstils im historischen Sinne lebendig werden zu lassen.

Als Schlüssel zum tieferen Verständnis erwies sich die Empfehlung zeitgenössischer Quellen und Briefe, man solle sich in der Instrumentalmusik ganz der Vokalmusik anvertrauen. In einem Flötenkonzert, welches unter anderem Galuppi zugeschrieben wird, entspricht der erste Satz einer Arie aus seiner Oper Antigona. Das könnte noch deutlicher zeigen, wie sich damals auch die Aufführungspraxis der Instrumentalmusik stark an der Vokalmusik orientierte. Wichtig u.a. waren besonders Domenico Corris Anweisungen zur Gestaltung der Rezitative, zu den verschiedenen Verzierungen, zu Rubato, Tempo rubato u.a. in seinem Traktat The Most favourite songs London, 1779 und Äusserungen von Zeitgenossen, die erwähnen, dass in Italien in der Sinfonie in allen Stimmen verziert wurde. Unter anderem ein Aspekt in der Aufführungspraxis dem wir heute noch nicht gerecht werden..

Der Live-Mitschnitt einer Sinfonia avanti l´opera und eines Flötenkonzertes sowie die DVD der Opernaufführung der ‚L´Olimpiade´ (Divox) dokumentieren einzelne Etappen meiner Forschungsarbeit. Die erhaltenen Listen von Opernhäusern sowie ikonographische Quellen (siehe Bild) helfen mit, Besetzungsangaben sowie mögliche Aufführungsorte zu rekonstruieren. Anhand einer verzierten Arie aus Galuppis Lebzeiten und anderen im italienischen Stil verzierter Arien der Zeit soll gezeigt werden, wie weit weg von der Partitur man sich heute bewegen sollte, um den zeitgenössischen Intentionen gerecht zu werden. Ein zweimonatiger Aufenthalt in Venedig (Juli/August 2008) ermöglichte mir das Studium von über 50 Partituren und zahlreicher Besetzungslisten in den dortigen Archiven. Zudem ist geplant, als Studentenprojekt an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz (A) einige von Galuppis Sinfonien und Concerti mit Verzierung aller Stimmen einzustudieren und aufzuführen.

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